Page 1 - Zürisee Woche - KW 27 - 2025
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ZÜRCHER WOCHE  |  Dienstag, 1. Juli 2025  |  KW 27  |  28. Jahrgang  |  Inserateannahme: 044 941 07 25  |  Redaktion: 043 299 91 89  |  info@zueriseewoche.ch  |  www.zueriseewoche.ch

                             MICHEL                                      HENRIQUE                                     STEFAN
                             BURREN                                      SCHNEIDER                                    BRUPBACHER
                                                                                                                                                        Oberwilerstrasse 20, Binningen
                             Der Geschäftsführer                         Der Ökonom stellt die                        Der Direktor von Swiss-
                             der Arrigato GmbH in                        Frage, welche Schweiz                        mem schreibt in seiner
                             Frauenfeld weiss, was es                    wir wollen – ob wir auf                      neuen Kolumne über
                             braucht für die perfekte                    Souveränität oder Be-                        «Made in Switzerland»
                             Südsee-Atmosphäre                           quemlichkeit setzen                          und das Selbstbildnis
                             auf der Terrasse oder im                    wollen.                                      der Schweiz.
                             Garten.
                    SEITE 6                                     SEITE 11                                    SEITE 13                                           Mehr Infos auf Seite 5


          Advertorial
                    Geschichte wird in lebendigen Bildern nacherzählt



          Huttwil wird vom 5. bis 31. Juli 2025 mit dem Freilichttheater                                                                       nen und taucht so ein in den poli-
          «Burechrieg» zum Schauplatz urchiger Schweizer Geschichte:                                                                           tischen und gesellschaftlichen
          Dabei steht der Bauernkrieg 1653, und damit auch Bauernfüh-                                                                          Zeitgeist des 17. Jahrhunderts.
          rer Niklaus Leuenberger im Zentrum. Das Publikum erlebt die
          grossen politischen und kriegerischen Ereignisse jener Zeit –                                                                        Der Regisseur Ulrich Simon Eggi-
          den Kampf der Bauern gegen die städtische Obrigkeit und um                                                                           mann ist ausgebildeter Sänger
          mehr Rechte und Freiheiten. OK-Präsident Amos Grädel, gibt                                                                           und kann aus dem Vollen schöp-
          einen Überblick über diese kulturelle Premiere in Huttwil und                                                                        fen. Wie würden Sie seine Hand-
          einen spannenden Einblick, was das Publikum zu erwarten                                                                              schrift bei der Inszenierung des
          hat. Aufgeführt wird das Stück auf dem Hof Spycher-Hand-                                                                             «Burechriegs» bezeichnen?
          werk, den er mit seinen drei Geschwistern gemeinsam führt.                                                                           Für uns als Newcomer in der
                                                                                                                                               Freilichttheater-Szene ist Ul-
          Diesen Sommer wird in Huttwil  ist der einzige Ort der Schweiz,                                                                      rich Simon Eggimann eine ganz
          das Freilichtspiel «Bure chrieg»  der über einen Bundesbrief ver-                                                                    wichtige Figur. Er hat viele Jahre
          aufgeführt. Ist dies eine Pre-   fügt. Und genau dieser Bundes-                                                                      Erfahrung in allen Bereichen
          miere für Huttwil und wie ist  brief steht als zentraler Inhalt                                                                      des Theaters und ist ein echter
          diese Idee entstanden?           im Fokus unseres Stückes.                                                                           Rüederswiler, wie eben Niklaus
          Amos Grädel: Das Freilichtspiel                                                                                                      Leuenberger. Er arbeitet sehr
          «Burechrieg» ist eine Urauffüh-  Sie sind OK-Präsident. Was reizt                                                                    sorgfältig,  präzise  und  detail-
          rung – zum ersten Mal findet ein  Sie an diesem Amt?                                                                                 getreu. Zudem hat er ein gutes
          Freilichtspiel in Huttwil statt.  Ich bin in dieses Amt reinge-                                                                      Händchen für die vielen Laien-
          Walter Rohrbach – ehemaliger  rutscht. Während den Vorbe-                                                                            schauspielerinnen und -schau-
          Gemeindepräsident und Ge-        reitungen zum ursprünglichen                                                                        spieler und weiss, wie er sie ab-
          schäftsführer des lokalen Ver-   «Burechrieg» 2020 trat mein                                                               Bild: Rolf Sutter  holen muss. Dabei ist seine aus-
          kehrsverein ProRegio Huttwil  Vorgänger von seinem Amt zu-        Niklaus Leuenberger, der Bauernführer aus Rüderswil, und seine Familie ste-  geprägte «Berner» Geduld eine
          ist der Initiator. Es sollte etwas  rück. Ich spielte schon als Kind  hen im Mittelpunkt rund um die Geschichte des grössten Volksaufstandes der   Stärke und ein grosses Plus.
          Neues oder Einzigartiges sein,  gerne Theater und auch das Or-    Schweizer Geschichte 1653.
          wir wollten kein klassisches  ganisieren von Events macht                                                                            Das OK des Freilichtspiels «Bu-
          Gotthelf Theater aufführen. Die  mir Freude. Dies hat mich mo-    schrieben – es ist eine Urauf-    Können Sie ganz kurz die Ge-     rechrieg» hat sich für die Beset-
          Geschichte des Bauernkrieges  tiviert,  diese  Herausforderung  führung. Es ist historisch er-      schichte des Stückes rund um den  zung der Hauptrolle des Bauern-
          ist stark mit Huttwil verbunden,  anzunehmen. Für mich ist dies  wiesen, dass in Huttwil Zusam-     Bauernkrieg von 1653 schildern?  führer Niklaus Leuenberger für
          fand doch hier in Huttwil eine  ein tolles und lehrreiches Erleb-  menkünfte der Bauern aus der  Die Bauern akzeptierten nicht  den Berufs-Schauspieler Fabian
          grosse Landsgemeinde inklusive  nis. Es geht allerdings nur mit  ganzen Schweiz stattgefun-         mehr länger die Unterdrückung  Guggisberg entschieden. Wie
          Bauernschwur statt. Ein Denk-    einem starken und zuverlässi-    den haben. Dieses Thema ist  der Obrigkeit aus Bern und ha-        hat er Sie überzeugt?
          mal erinnert noch heute an die-  gen Team.                        also perfekt auf Huttwil zuge-    ben sich zur Wehr gesetzt. Im  Niklaus Leuenberger ist eine
          sen geschichtsträchtigen Mo-                                      schnitten. Mich persönlich fas-   Stück werden drei Aspekte ge-    Person mit vielen verschiede-
          ment, an Niklaus Leuenberger,  Das OK hat sich für das Stück  ziniert, wie der Autor Gerhard  zeigt: Einerseits die Situation  nen Facetten. Fabian Guggis-
          den Bauernführer aus Rüders-     «Burechrieg» vom Emmenta-        Matter die Geschichte aus der  von Niklaus Leuenberger mit sei-    berg hat einen schönen Berner
          wil und an die Zeit, in der die  ler  Autor Gerhard Meister ent-  weiblichen Perspektive erzählt.  ner Familie und den Bauern, an-   Dialekt und spielt diese Rolle
          Landbevölkerung oder eben die  schieden. Was fasziniert Sie an  Dies beleuchtet einen anderen  dererseits das Leben der Bäuerin-     hervorragend. Er spielt sie nicht
          Bauern und die  «Obrigkeiten»  diesem Freilichtspiel und wieso  Blickwinkel der Geschichten  nen jener Zeit und zu guter Letzt  nur, sondern lebt sie auch ein-
          uneins waren. So entstand die  passt es nach Huttwil?             jener Zeit. Zudem ist es ein Vor-  die Haltung der Berner Obrigkeit.  drücklich  – sei es als Bauern-
          Idee, genau dieses Thema auf  Das Stück wurde speziell für  teil, da wir viele weibliche Prot-      Das Publikum erlebt dabei die  führer, Vater oder Bauer.
          die Bühne zu bringen. Huttwil  das Freilichtspiel Huttwil ge-     agonistinnen haben.               Geschichte auf diesen drei Ebe-               Fortsetzung Seite 3
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