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ZÜRCHER WOCHE  |  Dienstag, 26. September 2023  |  KW 39  |  26. Jahrgang  |  Inserateannahme: 044 941 07 25  |  Redaktion: 043 299 91 89  |  info@zueri-woche.ch


                             VERONIKA                                 MARIA                                     PRO                                       STEPHAN
                             WILKS                                    SOLOZOBOVA                                LIBERTATE                                 PETERHANS


                             Die Bildungsfachfrau                     Die phänomenale Gei-                      Die Mitglieder der                        Der Geschäftsfüh-
                             nutzt die modernen                       gerin ist in der Ton-                     Schweizerischen Ver-                      rer der Fachvereini-
                             Tools und Methoden,                      halle Zürich an-                          einigung besuchten                        gung Wärmepumpen
                             um flexibel und un-                      lässlich des 190.                         an ihrem traditionel-                     Schweiz über Güte-
                             abhängig arbeiten zu                     Geburtstages von                          len Herbstanlass das                      siegel und Qualität bei
                             können.                                  Brahms zu hören.                          Flieger Flab Museum                       Wärmepumpen.
                                                                                                                Dübendorf.
                    SEITE 2                                   SEITE 7                               SEITE 8 & 9                                 SEITE 12



              «Der Steuerwett-



               bewerb ist einer



          der Erfolgsfaktoren



                    der Schweiz»





          Alfred Heer, Nationalrat und Präsident des Bundes der Steuer-
          zahler, erklärt, wie wir das Wachstum des Staates stoppen und
          die Steuerzahler entlasten können. Einen wichtigen Schritt in
          die richtige Richtung könnten wir bei den eidgenössischen
          Wahlen vom 22. Oktober tun.
                                                                                                                                        Bild: zVg
          Herr  Heer,  wofür  kämpft  der  700 Millionen Franken kostete  Alfred Heer ist Nationalrat (SVP), Präsident des Bundes des Steuerzahler
          Bund der Steuerzahler?           und Folgekosten in Millionen-    und Unternehmer.
          Wir kämpfen für tiefere Steu-    höhe bescheren wird. Ein wei-
          ern, Gebühren und Abgaben und  teres Mittel ist, Leute zu wählen,  gen gälte. Leider fehlt der politi-  strengen müssen, um attraktiv
          auch gegen das Ausgabenwachs-    welche sich konsequent für weni-  sche Wille dazu, auch bürgerliche  zu bleiben. Verwaltungen haben
          tum beim Staat. So hat der Bund  ger Staatsausgaben einsetzen.    Exekutivpolitiker scheuen sich  ja hoheitliche Aufgaben und es
          der Steuerzahler im Kanton Zü-                                    davor und arrangieren sich lie-   gibt keine Konkurrenz. Deshalb
          rich Anfang der 2000er Jahre er-  Ein Problem ist auch, dass im-  ber mit dem Staatspersonal. Man  ist es wichtig, dass es wenigstens
          folgreich die Abschaffung der  mer mehr Leute direkt oder in-     will ja nicht abgewählt werden. Je  einen Steuerwettbewerb gibt.
          Erbschafts- und Schenkungs-      direkt vom Staat leben. Kommt  mehr Personen vom Staat abhän-      Wer die Aufgaben günstiger erle-
          steuer durchgebracht zusam-      so nicht irgendwann der Punkt,  gig sind, desto schwieriger wird es  digen kann, kann auch die Steu-
          men mit dem Hauseigentümer-      an dem gar keine Reformen  natürlich, Reformen zu verwirkli-       ern senken.
          verband.                         mehr möglich sind?               chen. Es ändert erst dann etwas,
                                           Es ist tatsächlich so, dass heute  wenn ein Staat tatsächlich bank-  International nimmt der Druck
          Sie haben es angesprochen: Der  viele Personen direkt vom Staat  rott geht. Bis dahin wird weiter-  auf die Schweiz zu, die Steuern
          Staat  wächst  und  wächst.  Was  profitieren. Sei dies durch ver-  gewurstelt und es werden Schul-  zu  «harmonisieren»,  im  Klar-
          kann man dagegen tun?            günstigten Wohnraum oder Sub-    den aufgenommen.                  text: zu erhöhen. Jüngstes Bei-
          Das einzige Mittel sind Referen-  ventionen aller Art. Zudem gibt                                   spiel  ist  die  OECD-Mindest-
          den gegen exorbitante Ausga-     es immer mehr Personen, die  Welche  Bedeutung  hat  für  Sie  steuer. Was können wir diesem
          ben auf Kantons- und Gemeinde-   beim Staat arbeiten, welcher  der Steuerwettbewerb zwischen  Druck entgegensetzen?
          ebene. Leider gibt es (noch) kein  überdurchschnittliche Löhne  Kantonen und Gemeinden?             Treiber hinter der Harmonisie-
          Finanzreferendum auf Bundes-     zahlt. Selbstverständlich gibt es  Der Steuerwettbewerb ist einer  rung sind die «Versager»-Staa-
          ebene. Wir bekämpften verschie-  Staatsaufgaben, die wichtig sind,  der Erfolgsfaktoren der Schweiz.  ten, welche hohe Schulden und
          dene Projekte erfolgreich. Leider  wie die Polizei, Gesundheit und  Ohne Steuerwettbewerb wür-      hohe Steuersätze haben. Man
          verloren wir im Kanton Zürich  Bildung. Trotz allem haben wir in  den wir heute nicht so gut daste-  will mit der Harmonisierung die
          die Abstimmung über das Polizei-  der Verwaltung eine hohe Unpro-  hen. Der Wettbewerb hilft, dass  attraktiven Länder abstrafen.
          und Justizzentrum, welches rund  duktivität, welche es zu beseiti-  sich Kantone und Gemeinde an-               Fortsetzung Seite 3
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