Page 1 - Limmattaler Woche - KW 36 - 2023
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Dienstag, 5. September 2023  |  KW 36  |  26. Jahrgang  |  Inserateannahme: 044 941 07 25  |  Redaktion: 043 299 91 89  |  info@limmattalerwoche.ch  |  www.limmattalerwoche.ch


                             WEITER­                                   NICOLAS A.                               MARIA                                     HERWIG
                             BILDUNG                                   RIMOLDI                                  SOLOZOBOVA                                BITSCHE


                             Die Lernwerkstatt                         Der Spitzenkandidat                      Die grossartige Violi-                    Der Verleger vom
                             Olten blickt auf eine                     der Nationalratsliste                    nistin spielt am 8. Ok-                   NordSüd Verlag stellt
                             gelungene Ausbil-                         «MASS-VOLL!» macht                       tober in der Tonhalle                     die neusten Kinderbü-
                             dungs-Akademie mit                        sich Gedanken über                       Zürich zum 190. Ge-                       cher der Herbst- und
                             diversen Events zu-                       die Intoleranz der To-                   burtstag von Johan-                       Wintersaison vor.
                             rück.                                     leranten.                                nes Brahms.

                    SEITE 2                                   SEITE 9                                  SEITE 10                                 SEITE 14





              «Der Steuerwett-



               bewerb ist einer




          der Erfolgsfaktoren



                    der Schweiz»




          Alfred Heer, Nationalrat und Präsident des Bundes der Steuer-
          zahler, erklärt, wie wir das Wachstum des Staates stoppen und
          die Steuerzahler entlasten können. Einen wichtigen Schritt in
          die richtige Richtung könnten wir bei den eidgenössischen
          Wahlen vom 22. Oktober tun.
                                                                                                                                        Bild: zVg
          Herr  Heer,  wofür  kämpft  der  nen  Franken kostete  und Fol-   Alfred Heer ist Nationalrat (SVP), Präsident des Bundes des Steuerzahler
          Bund der Steuerzahler?           gekosten  in  Millionenhöhe  be-  und Unternehmer.
          Wir kämpfen für tiefere Steu-    scheren wird. Ein weiteres Mit-
          ern, Gebühren und Abgaben  tel ist, Leute zu wählen, welche  fehlt der politische Wille dazu,  meinde anstrengen müssen, um
          und auch gegen das Ausgaben-     sich konsequent für weniger  auch bürgerliche Exekutivpoliti-      attraktiv zu bleiben. Verwaltun-
          wachstum beim Staat. So hat der  Staatsausgaben einsetzen.        ker scheuen sich davor und ar-    gen haben ja hoheitliche Aufga-
          Bund der Steuerzahler im Kan-                                     rangieren sich lieber mit dem  ben und es gibt keine Konkur-
          ton Zürich Anfang der 2000er  Ein Problem ist auch, dass im-      Staatspersonal. Man will ja nicht  renz. Deshalb ist es wichtig, dass
          Jahre erfolgreich die Abschaf-   mer mehr Leute direkt oder in-   abgewählt werden. Je mehr Per-    es wenigstens einen Steuerwett-
          fung der Erbschafts- und Schen-  direkt vom Staat leben. Kommt  sonen vom Staat abhängig sind,  bewerb gibt. Wer die Aufgaben
          kungssteuer durchgebracht zu-    so nicht irgendwann der Punkt,  desto schwieriger wird es na-      günstiger erledigen kann, kann
          sammen mit dem Hauseigentü-      an dem gar keine Reformen  türlich, Reformen zu verwirkli-         auch die Steuern senken.
          merverband.                      mehr möglich sind?               chen. Es ändert erst dann etwas,
                                           Es ist tatsächlich so, dass heute  wenn ein Staat tatsächlich bank-  International nimmt der Druck
          Sie haben es angesprochen:  viele Personen direkt vom Staat  rott geht. Bis dahin wird weiter-      auf die Schweiz zu, die Steu-
          Der Staat wächst und wächst.  profitieren. Sei dies durch ver-    gewurstelt und es werden Schul-   ern  zu  «harmonisieren»,  im
          Was kann man dagegen tun?        günstigten Wohnraum oder  den aufgenommen.                         Klartext: zu erhöhen. Jüngstes
          Das einzige Mittel sind Referen-  Subventionen aller Art. Zu-                                       Beispiel ist die OECD-Mindest-
          den gegen exorbitante Ausga-     dem gibt es immer mehr Per-      Welche Bedeutung hat für Sie  steuer. Was können wir diesem
          ben auf Kantons- und Gemein-     sonen, die beim Staat arbeiten,  der Steuerwettbewerb zwi-         Druck entgegensetzen?
          deebene. Leider gibt es (noch)  welcher  überdurchschnittliche  schen Kantonen und Gemein-          Treiber hinter der Harmonisie-
          kein Finanzreferendum auf  Löhne zahlt. Selbstverständ-           den?                              rung sind die «Versager»-Staa-
          Bundesebene. Wir bekämpften  lich gibt es Staatsaufgaben, die  Der Steuerwettbewerb ist  ten, welche hohe Schulden und                Weitere spannende
          verschiedene  Projekte  erfolg-  wichtig sind, wie die Polizei, Ge-  einer der Erfolgsfaktoren der  hohe Steuersätze haben. Man       Artikel lesen Sie
          reich. Leider verloren wir im  sundheit und Bildung. Trotz al-    Schweiz. Ohne  Steuerwettbe-      will mit der Harmonisierung die   auch online.
          Kanton Zürich die Abstimmung  lem haben wir in der Verwaltung  werb würden wir heute nicht so  attraktiven Länder abstrafen.
          über das Polizei- und Justizzen-  eine hohe Unproduktivität, wel-  gut  dastehen.  Der  Wettbewerb
          trum, welches rund 700 Millio-   che es zu beseitigen gälte. Leider  hilft, dass sich Kantone und Ge-           Fortsetzung Seite 3
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