Page 1 - Limmattaler Woche - KW 25 - 2019
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DIENSTAG, 18. JUNI 2019 | KW 25 | 22. Jahrgang | Inserateannahme: 044 941 07 25 | Redaktion: 043 299 91 89 | info@limmattalerwoche.ch | www.limmattalerwoche.ch

WAHRER                              AUGUSTA                                                              AUTO                                                                                                                                                                         ERLEBNIS-
HOCHGENUSS                          RAURICA                                                              NEWS                                                                                                                                                                         RUNDFAHRT

             In der Senevita Lim-                Am grössten Römer-                          Auf Erfolgskurs sind                       Nebst höchstem Ge-
             matfeld in Dietikon                 fest der Schweiz                            Lexus, Chevrolet und                       nuss erfährt man im
             zauberte der Fernseh-               taucht die ganze Fami-                      Opel mit neuen Mo-                         Hotel Ludinmühle
             Koch Torsten Götz ein               lie in die Antike ein.                      dellen sowie das                           auf einer Planwagen-
             Gala-Dinner auf den                                                             Team des Emil Frey                         Tour viel Interessan-
             Teller.                SEITE 7                                                  Racing mit einem                           tes über die Region
                                                                                             Platz an der Spitze.                       Freiamt.
SEITE 5
                                                                         SEITE 10 – 13                             SEITE 14 & 15

«Wir müssen dynamisch bleiben!»

Der Schweizer Heimatschutz
SHS setzt sich dafür ein, dass
Baudenkmäler der Schweiz
verschiedener Epochen vor
dem Abbruch bewahrt werden
und weiterleben. Die Non-Pro-
fit-Organisation informiert
die Bevölkerung mit ihren Pu-
blikationen über die Schätze
der Schweizer Baukultur und
engagiert sich auch auf poli-
tischer Ebene. Patrick Scho-
eck-Ritschard, Kunsthistori-
ker und Stv. Geschäftsführer
des Heimatschutzes über die
vielfältige Tätigkeit des SHS,
sowie Herausforderungen und
Siedlungsentwicklung in der
Schweiz. Aktuell fordert der
SHS mit den Doppelinitiati-
ven Biodiversität und Land-
schaft, griffige Massnahmen
zur Erhaltung unserer vielfäl-
tigen Natur.

Der Schweizer Heimatschutz                                                                                                                                                                                                                                  Bild: Gataric Fotografie
besteht seit über 100 Jahren.
Wie sensibilisiert ist die Bevöl-   Mit dem Schweizerischen Heimatschutz mal anders in die Ferien: Eine Möglichkeit ist das Haus Tannen in Morschach
kerung dafür?                       im Kanton Schwyz.
Patrick Schoeck-Ritschard: Der
Schweizer Heimatschutz ist tat-     kunst sind heute akut bedroht:    feld – bei allem Wandel – diese    Was sind die wichtigsten Leis-                                                                                                                                                       Berghilfe-Projekt
sächlich eine sehr traditions-      Überall werden Häuser abge-       nötige Vertrautheit und Gebor-     tungen des Heimatschutzes?                                                                                                                                                     Nr.8418: Neuer Dorfladen
reiche Organisation. Sie wurde      brochen, und an ihrer Stelle      genheit bietet.                    Ohne unseren zivilgesellschaft-                                                                                                                                                stärkt den Zusammenhalt.
1905 gegründet, um zu erklä-        entsteht leider zu oft moderne                                       lich organisierten Verein gäbe
ren, dass man die Zerstörung        Überbauungen – globalisierte      Wie gestaltet sich in der          es vermutlich bis heute keinen                                                                                                                                               PK 80-32443-2
der Baudenkmäler und der Um-        Standardware.                     Schweiz die Siedlungsentwick-      griffigen Natur- und Heimat-
welt durch die Industrialisie-                                        lung in Bezug auf schützens-       schutz in der Schweiz. Nicht zu
rung nicht einfach so hinneh-       Welchen Stellenwert haben         werte Baukulturen?                 vergessen: Erst in den 1960er
men will. Wenn wir die starke       Baudenkmäler in der Schweiz       Die Schweizer Stimmberech-         Jahren wurden überhaupt erst
bauliche Entwicklung heute an-      im Zeitalter der Digitalisie-     tigten haben mehrfach an der       Gesetze zum Schutz unse-
schauen, merkt man: Die The-        rung?                             Urne erklärt, dass wir keine       rer Landschaften und Ortsbil-
men von damals sind – unter an-     Die Globalisierung und die Di-    weitere Zersiedelung mehr wol-     der geschaffen. Und ohne unser
deren Vorzeichen – auch nach        gitalisierung bringen Menschen    len. Das ist wichtig und richtig.  Engagement im Bündnis mit
einem Jahrhundert immer noch        und Waren aus der ganzen Welt     Dies erhöht im Gegenzug natür-     anderen Umweltorganisatio-
aktuell.                            zusammen. Unsere Kultur und       lich den Druck auf unsere Bau-     nen könnten unsere wertvollen
                                    unser Handeln werden damit        denkmäler und Ortsbilder – das     Landschaften heute noch ge-
Verfügt die Schweiz über viele      internationaler. Aber sehnen wir  Lebensumfeld von uns allen.        setzlich legitimiert, schonungs-
Baudenkmäler und gibt es da         uns nach Reisen nicht wieder      Die Frage der Stunde lautet: Wie   los bebaut werden.
noch viel zu schützen, was ab-      zurück nach unserer vertrau-      schaffen wir es, näher zusam-
gerissen werden könnte?             ten Umgebung? Das Zuhause         menzurücken und zugleich die                       Fortsetzung Seite 3
Die Schweiz ist und war ein kul-    ankommen wird künftig wich-       Qualitäten unserer Dörfer und
tureller Schmelztiegel im Her-      tiger werden. Wir wollen dafür    Städte zu erhalten, oder gar zu
zen von Europa. Kaum irgendwo       sorgen, dass unser Lebensum-      verbessern.
in Europa finden sich auf so klei-
ner Fläche so viele unterschied-
liche Bauernhäuser und Land-
schaften. Diese Vielfalt und die
dahinterstehende Handwerks-
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